Die Erste Hilfe kann Leben retten – so weit, so klar. Aber könnten wir alle wirklich helfen, wenn neben uns eine Person zusammenkappt? Wie finden wir heraus, ob die Person reanimationspflichtig ist? Wann wenden wir die stabile Seitenlage an? Wann sollte ein Helm abgeommen werden und wann auf keinen Fall? Die Woche der Wiederbelebung findet vom 21. bis 27. September statt und legt ihren Fokus auf die Themen Erste Hilfe und Reanimation.
Umgang mit Unsicherheiten
In 2026 wird der Fokus auf den Umgang mit Unsicherheiten, also zum Beispiel der Scheu vor einer Herzdruckmassage, gelegt. Denn viele Menschen haben Sorge, Rippen zu verletzen oder sie fühlen sich unwohl dabei, einen Mensch mit dem Mund zu beatmen. Verständlich! Wenn Sie die Beatmung nicht gelernt haben oder sich davor ekeln, drücken Sie einfach ununterbrochen durchgehend weiter (Anleitung s.u.), bis Hilfe eintrifft. Das reine Drücken rettet Leben.
Keine Scheu
In einem sind sich wohl alle Expertinnen und Experten sowie Ärztinnen und Ärzte einig: nur Nichtstun ist falsch. Bei einem Herzstillstand muss gehandelt werden. Ganz egal, ob jeder Handgriff sitzt oder nicht. So kann eine Abfolge aussehen:
- Prüfen: Sprechen Sie die Person laut an und schauen Sie, ob diese bei Bewusstsein ist. Überstrecken Sie den Kopf leicht nach hinten. Halten Sie Ihr Ohr über Mund und Nase der Person. Sehen Sie, ob sich der Brustkorb hebt? Hören oder fühlen Sie einen Luftstrom?
- Rufen: Atmet die Person nicht, konaktieren Sie sofort den Rettungsdienst (112) und beantworten Sie konzentriert die wichtigsten W-Fragen. Insbesondere Wer? Was? Wo?
- Drücken: Hierbei hilft Ihnen die Leitstelle, wenn Sie in der Extremsituation nicht wissen, was zu tun ist. Grundsätzlich gilt:
- Seitlich neben die Person setzen und den Oberkörper der Person frei machen.
- Den Ballen einer Hand in der Mitte des Brustkorbs (untere Hälfte des Brustbeins) platzieren. Setzen Sie die andere Hand darüber und verschränken Sie die Finger.
- Strecken Sie Ihre Arme durch (!) und bringen Sie Ihre Schultern senkrecht über den Brustkorb der Person.
- Drücken Sie das Brustbein 5 bis maximal 6 cm tief nach unten. Hier gilt ganz besonders: nicht zaghaft sein.
- Entlasten Sie den Brustkorb nach jedem Druck komplett, ohne den Kontakt zur Haut zu verlieren. 100 bis 120 Mal sollte pro Minute gedrückt werden.
Es muss nicht immer die Wiederbelebung sein
Nicht nur bei einer Reanimation, sondern auch bei Verletzungen, ist es wichtig, über ein bisschen Know-how zu verfügen. Kleine Verbrennungen zu versorgen oder einen Arm zu fixieren sowie eine Person aus einem Auto zu ziehen – das alles lernen Sie in einem Erste-Hilfe-Kurs. Ein Tag Ihrer Zeit kann jemand anderem helfen oder sogar das Leben retten. Anbieter wie das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser oder der ASB bieten regelmäßig auch in Ihrer Nähe Kurse an. Es wird Zeit, einander helfen zu können.